![]() |
Das
Osthofentor ist das einzige noch erhaltene der 8 Soester Stadttore.
Es ist aus dem herrlichen Anröchter Grünsandstein gebaut,
aus dem auch viele andere Bauwerke und Mauern erbaut sind. Erbaut wurde
das mächtige Tor in der Zeit von 1523 bis 1526. Heute beherbergt
es ein kleines Museum zur Stadt- und Wehrgeschichte. Besonderer Höhepunkt
sind die 25000 Armbrustbolzen, die es in so einer sortierten Ansammlung
nirgendwo auf der ganzen Welt gibt. Nach alten Überlieferungen
soll ein "Mester Hynrych dem Meier" das Tor gestaltet haben.
|
![]() |
Ob damit
der bekannte Soester Künstler Heinrich Aldegrever gemeint ist,
lässt sich nicht nachweisen. Hier im Museum kann man sich auch
über das Leben der berittenen Krieger im Mittelalter informieren.
|
![]() |
Im
Projekt soll das "ritterliche Rüstzeug" erarbeitet werden,
um über die Laufbahn des "Pagen und Knappen" ein "edler
Ritter" zu werden. Dieses eigenartige Gebilde links an der Außenwand wird bestaunt und man macht sich Gedanken: es ist nichts anderes als eine Außentoilette, ein Plumsklo. Bloß nicht darunter stehen bleiben!!! Vielleicht sehen wir später ja, wie die Toilette von Innen aussieht. Dazu müssen wir zunächst die steile Treppe zur Eingangstür hochkraxeln... |
![]() |
![]() |
Die
Museumspädagogin Astrid Plato erzählt uns eine Menge über
die Kleidung der Ritter und über das alte Soest. Vieles wissen
wir schon aus dem Sachunterricht. |
![]() |
Wir
werden in Gruppen aufgeteilt und müssen jeweils verschiedenene
Ritter mit Playmobil-Teilen zusammensetzen. Dabei soll entschieden werden,
was ein Ritter alles anhat und an Waffen trägt. |
![]() |
![]() |
Nun
soll einer von uns eine Ritterrüstung anziehen. Gerret ist der
Auserwählte, der zunächst ein langes weißes Leinenhemd
angezogen bekommt. Danach kriegt er das Kettenhemd an und anschließend
eine Filzmütze, die den Kopf vor den scharfen Kanten des Helms
schützen soll. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Jetzt
ist der Kopfteil des Kettenpanzers an der Reihe und schließlich
zum Schluss der Helm mit dem Visier. Das Zeug ist schwer, zusammen an
die 35 Kilogramm. Simon stöhnt rechts unter der Last des Kettenhemdes.
Ob dieses Kleidungsstück nach einem starken Wolkenbruch am Körper
anfing zu rosten? Unser Gerret ist seinen Eisenanzug auf jeden Fall
wieder losgeworden. |
![]() |
![]() |
Hier
noch zwei andere Helmarten. Links ein hutartiger Helm, den auch die
Soester damals bei der Verteidigung ihrer Stadt getragen haben. Rechts
eine Dosen-Form mit Sehschlitzen, unter dem es wenig nach außen
zu sehen gibt. |
![]() |
![]() |
Ganz
akurat und symmetrisch sind die 25000 Armbrust-Bolzen aufgestapelt.
Das ist ungeheuer beeindruckend. Eine Armbrust (rechts) zu spannen erforderte
schon enorme Kräfte. |
![]() |
![]() |
In
der Erziehung der adligen und feinen Herren zum Ritter waren Tugenden
verlangt, die heute jedem gut tun würden: „hochgemut im Unglück, anständig gegen Gleichgestellte, freigebig in aller Ehrbarkeit, tadelfrei im höfischen Sinn und ehrenfest in männlicher Tüchtigkeit; dazu täglicher Besuch der Messe, Einsatz des Lebens für Glaube und Kirche, Schutz für Witwen und Waisen, Treue zu Kaiser und Reich, Straflosigkeit vor Gott und den Menschen“ |
![]() |
Hatte
der Schüler dies alles gelernt, wurde er -wie hier Robert- feierlich
zum Ritter geschlagen. |
![]() |
Doch
nicht nur die 25000 Bolzen sind im Museum zu bestaunen. Es gibt auch
Ketten-hemden, Schwerter, Kanonenböcke und viele Bilder und Texte
zu der Ritterszeit. |
![]() |
![]() |
Wie
alle Ritter ein eigenes Wappen führten, malen nun die Kinder auch
jeder sein persönliches Wappen.
Der Landsknecht schaut stumm zu... |
![]() |
![]() |
![]() |
Noch ein
Blick durch die alten Scheiben vom hohen Osthofentor auf die Stadt Soest,
dann geht es die enge Wendeltreppe hinunter. |
![]() |
![]() |
Tatsächlich,
auf dem Weg nach unten kommen wir an der Toilette vorbei, die wir zu
Beginn an der Außenmauer gesehen haben. Ob die Leute dort im Winter
ein längeres Geschäft abhielten? Wohl kaum. Zum Abschluss begucken wir uns noch ein großes Modell unserer wunderschönen Heimatstadt Soest. Unterricht vor Ort ist ja doch sehr interessant... |