"Frisch gewagt ist halb gewonnen!" , dachte sich die Klassenlehrerin Frau Plaßmann, als sie die JH Meschede für ihre Klasse 2a buchte. Drei Unsicherheits-
faktoren standen im Raum:
- kann man mit einem 2. Schuljahr schon in die Jugendherberge fahren?
- ist das Wetter im April bereits zuverlässig genug?
- gibt es trotz der Sturmschäden des Orkans "Kyrill" genug Berührungen mit dem Wald?
Was nicht geplant war: - wie wirkt sich die Waldbrandgefahr wegen des trockenen April 2007 auf den Aufenthalt aus? Alles Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen...
Bei einem ersten Erkundungsgang in der Nähe der Jugendherberge werden die Ausmaße der Orkans erschreckend deutlich: an den Wegen sind endlos viele Baumstämme aufgestapelt und überall liegen mannshohe Baumwurzeln herum.
Reaktionen: "Wann sind wir endlich da?!" - "Schön hier, die Welt steht Kopf!" - "Duuuuuuuuurst!!!"
Unterhalb der Jugendherberge ist ein Lagerplatz, der nun erst einmal erkundet wird. Da ist ein Bächlein, das freigelegt wird, in welchem viele kleine Fröschchen herumwatscheln. Hendrik versucht, mit seinem Kaugummi zwei Blasen zu machen so ähnlich wie ein Frosch, aber es gelingt ihm immer nur eine.
Da sind die süßen Kleinen. Vorsicht: es könnte ja ein Froschkönig sein...
Die 4000€-Frage: Wem gehört diese Zunge? Die 8000€-Frage: Wessen Zähne sind das? Nehmen wir den Publikumsjoker oder rufen wir jemanden an?
Das alles stört diesen kleinen Marienkäfer nicht, der den Finger emporkrabbelt. Jan ist derweil auf Erkundungsgang in Wald und Gebüsch...
Zum Abendessen gibt es leckere belegte Brötchen, Tee oder Saft und wer möchte, ein wenig gemischten Salat. Danach hat jeder noch etwas freie Zeit, dann duschen und anschließend versammeln zur Gute-Nacht-Geschichte. Herr Grundhöfer liest eine ganz lustige Geschichte von Jeremy James mit dem Elefanten vor, der auf Papas Auto sitzt. Ein schöner Tag, wir sind müde und schlafen schnell ein!
Guten Morgen, gut geschlafen!!! Auf uns wartet ein Frühstück, wie es in einem 1. Klasse-Hotel nicht besser sein kann: mehrere Sorten Müsli, Honig, Marmelade, Schokocreme, Käse, Wurst, frische Brötchen oder Brot, Saft, Milch, Kakao...! Es ist wie im Schlaraffenland!
Frau Schuh hat uns dann am Morgen einen Diavortrag über Wasserqualität in Flüssen und Kleinlebewesen in Bächen gehalten. Das wollen wir nun an Ort und Stelle untersuchen. Ihr Problem: ihr Hund Ronja gehorcht nicht immer so, wie sie es will. Es ist zum Haareraufen! Auf zum Bach über eine wunderschöne Wiese...
Zwischendurch wird der Umfang einer 200 Jahre alten Eiche gemessen: 8 Leute mit ausgestreckten Armen passen drumherum. Benedikt fotografiert alles wie ein Reporter.
Mit Sieb, Pinsel, Lupe und Sammelteller bewaffnet wird nun der Bach untersucht. Jeder findet irgendetwas und muss das auch protokollieren. Das größte gefundene Tier ist eine Steinfliege-Larve, die etwa 4 Jahre alt und fast 3 cm lang ist.
Es ist schön, dass alle Kinder so beschäftigt sind, dass sie ganz in sich versunken sind. Solch eine Situation kann der Klassenraum in der Schule kaum bieten.
Zeit, dass sich die "Chefin" auch mal einen Schluck gönnt, um danach sofort wieder für die Fragen der Kinder da zu sein.
Oh je!!! Ines ist mit ihrem Schuh in einem Schlammloch stecken geblieben. Nach langem Suchen wird der Schuh endlich von einigen Jungen mit Stöcken aus dem tiefen Loch geborgen. Er wird im Bach sauber gespült und während der Trockenzeit muss Ines darauf verzichten.
Ein Zitonenfalter wartet geduldig an der Kuhblume, bis er fotografiert worden ist und Nele hat inzwischen Frau Schuhs Hund Ronja mit Streicheleinheiten "gezähmt".
Zum Mittagessen gibt es lecker duftende Frikadösen mit Bratensoße, dazu Stampfkartoffeln und frischen Salat. Um danach den zähflüssigen Pudding aus der Schüssel in das Schälchen zu transportieren, braucht es schon die beidhändige Kraft eines starken Mannes wie Oliver...
Nach einer Stunde Mittagspause wollen wir zur "Riesenwiese", müssen aber erst einen Holztransporter abwarten. Hier auf der Wiese ist es dann schön! Jeder kann sich aussuchen, was er spielen möchte.
Die Jungen spielen Fußball gegen eine 3. Klasse, die auch in der Jugendher-berge unterge-bracht ist. Leider müssen wir noch viel üben: die anderen sind besser!
Andere Kinder spielen Völkerball oder turnen zwischen den Baumstümpfen auf dem Klettergerüst herum.
Der Waldrand wird erkundet und man zählt Jahresringe an Baumstümpfen. Klar, es bleibt nicht aus, dass einer mal was auf die Nase kriegt. Aber das ist schnell behoben und weiter geht's!
...und dann noch das bunte Schwungtuch der Wieseschule. Immer wieder neue Ideen beleben das Spiel. Die Lehrerin ist natürlich mittendrin, statt nur dabei!
Vorsicht bei Stockkämpfen! Es geht zum Glück gut! Wer denn ein Radio mit zwei Stereo-Kopfhörern hat, hat schnell einen Freund, der mithören kann.
Die so herrliche Landschaft des Arnsberger Waldes ist an vielen Stellen durch "Kyrill" dem Erdboden gleichgemacht und sieht trostlos aus. Viele Holzstämme sind gestapelt und warten auf ihren Abtransport. Aber in diesem Chaos wachsen schon wieder ganz viele junge Bäume nach und das macht Hoffnung!
Wieder "Zuhause" wird an den Klassen-T-Shirts gemalt und an Stöcken geschnitzt, denn es soll heute Abend Stockbrot geben!
Der Herbergsvater Herr Kühn erklärt sehr sachkundig, wie man den Teig für das Stockbrot kneten und wickeln muss. Da wir wegen der Waldbrandgefahr kein Lagerfeuer anzünden dürfen, hat er netterweise seinen Grill unter Feuer gesetzt. Auf der heißen Glut backen wir das Stockbrot.
Hmm, sieht das nicht lecker aus? "Zufriedene Mienen - danken es Ihnen!"
Nun noch von Lorenz und Lukas ein paar kräftige Lieder gesungen und dann zum Highlight des Abends: der Nachtwanderung! Es ist für einige Kinder sicher ein ganz ungewohntes Empfinden, nach einer Zeit mit der hellen Lampe nun ganz ohne Licht durch den Wald zu gehen. Paul Simon hat sich die Taschenlampe unter das Gesicht gehalten und sieht gruselig wie ein Gespenst aus...
Eine letzte Geschichte und dann geht es ab in die Betten. Viele träumen bestimmt schon von Zuhause...
Am nächsten Tag ist Abreise! Es war natürlich viiiiiiiiiiieeeeel zu kurz! Wir wären gerne noch geblieben.
In Soest an der Wieseschule werden wahrscheinlich schon die Mütter und Väter warten, um uns in der Arm zu nehmen. Hoffentlich gibt es heute Mittag unser Lieblingsgericht!
Vielleicht gehen wir ja im dritten oder vierten Schuljahr noch einmal auf "Große Fahrt"!
Es war supergut!