Der 24. Dezember

"Ich gehe zu Oma rüber," rief ich, als ich gerade mein Nutella-Brot in mich hineinstopfte, und bekam die Antwort von Mama. Sie antwortete darauf ein deutliches : "Jaaaaa...," und fügte noch hinzu: "Kannst du vom 22. bis zum 24. Dezember bei Oma schlafen? Das wäre also von von heute auf übermorgen." - "Na gut," sagte ich brummend. Dann stand ich auf, packte meine Sachen und ging rüber zu Oma, sie wohnt nämlich neben uns. Sie machte mir die Tür auf und sagte dann: "Komm mit, wir packen deine Sachen aus." Danach gingen wir ins Gästezimmer. Ich mochte das Gästezimmer schon immer leiden, es war immer so schön warm darin. An jeder Wand stand ein Regal mit teuren alten Vasen. Sie waren merkwürdig und geheimnisvoll. Meine Oma sagt, dass es zu jeder Vase eine Geschichte gibt. Na ja, jetzt aber zu etwas Anderem. Also, ich packte meine Sachen aus und legte sie unter das Bett, das mitten im Zimmer stand. Meine Oma ging aus dem Zimmer und kam nach wenigen Minuten mit einer Schachtel wieder. Die Schachtel war rund und die bunten Verzierungen glänzten. Sie nahm den Deckel ab und holte aus der schönen Schachtel einen goldenen Spiegel. Das Komische an dem Spiegel war, dass man sich auf beiden Seiten spiegeln konnte. Sie gab mir den Spiegel und sagte: "Pass gut drauf auf!" - "Mach ich," antwortete ich. "So, und jetzt mach einen Mittagsschlaf." - "Okay," sagte ich seufzend. Oma ging aus dem Zimmer. Ich legte mich auf's Bett und betrachtete den Spiegel. Als ich hineinguckte, sah ich mich. Als ich in die andere Seite hineinguckte, sah ich mich auch, doch irgendetwas war anders. Ich drehte mich um und schrie auf, alles sah anders aus: der Boden bestand aus Keksen, die Häuser aus Lebkuchen, die Autos aus Schokolade, der See aus Zuckerguss und auf dem Spielplatz spielten keine Kinder, sondern Bonbons, die so groß waren wie ich. Ach ja, und die Bonbons spielten in Zucker anstatt in Sand. "Hallo," sagte ein großes Bonbon neben mir. Es sah komisch aus: sein Körper war ein Bonbon, die Beine waren aus Bonbonpapier, die Ärmel auch. "H..h..h..hallo," stotterte ich leise, sein Papier glänzte purpurrot. "Bist du durch den Spiegel gekommen?" fragte es mich, ich nickte. Plötzlich schrie das Bonbon ganz laut: "Kommt alle her, wir sind gerettet!" Auf einmal standen über 100 Bonbons vor mir. Das Bonbon erklärte mir, dass sie die Bonbons vom Weihnachtsmann sind und die Fabrik kaputt ist, wo sie, also die Bonbons, einen schönen Geschmack bekommen und auch eine schöne Form. "Doch leider geht das jetzt ja nicht. Hast du vielleicht eine Idee?" sagte das Bonbon. Ich überlegte und ich hatte auch eine. Ich flüsterte kurz mit dem Bonbon, danach fragte ich es, wann sie alle vom Weihnachtsmann verteilt werden. Es antwortete jammernd: "Am 24. Dezember, das ist übermorgen." - "Ich weiß," antwortete ich traurig, " aber ich habe eine Idee," und das Bonbon zeigte mir sein Haus. Die Bonbons stellten sich in einer Schlange vor die Tür. Ich rief jedes herein und sagte ihm, dass es sich auf den Tisch legen solle, damit ich sie mit Zucker und Zimt bestreuen kann. Als ich fertig war, musste sich jeder in die Badewanne legen, damit sie alle eine schöne Form bekamen. Als ich damit fertig war, bedankten sich alle bei mir und sagten, ich solle in die andere Seite des Spiegels gucken. Dann kam ich nach Hause und das machte ich auch, da lag ich wieder im Gästezimmer und ich war so müde, dass ich sofort eingeschlafen bin. Dann war es so weit: Heiligabend! Die ganze Familie war gekommen und ich habe auch das eine nette Bonbon erkannt und da dachte ich, dass die Bonbons aus dem All kommen und das taten sie auch. Da klopfte es am Fenster; es war der Weihnachtsmann und er winkte mir zu und sagte: "Danke!" und ich sagte: "Bitte!"

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