Am 13. März 2008 besuchten die Schüler der Wieseschule ein Orgelkonzert in der neuen St. Thomä-Kirche.
Zum 3. Mal stand ein Komponist mit seinem Werk für einige Zeit im Mittelpunkt des Musikunterrichts aller Klassen. Die Begegnung mit großen Meistern der Musik und mit ihrern Werken ist uns an der Wieseschule wichtig. Bisher hatten die Wiesekinder schon Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven kennen gelernt. In diesem Schuljahr wurde nun Johann Sebastian Bach vorgestellt.
In den vergangenen zwei Jahren hatten wir jedes Mal als Höhepunkt zum Abschluss der Beschäftigung mit dem Komponisten ein Konzert von Lehrerinnen und Lehrern der Musikschule erlebt. Im Rahmen der Arbeit zu Bach musste es natürlich ein Orgelkonzert sein. Schließlich war Johann Sebastian Bach, der1685 in Eisenach/Thüringen geboren wurde, einer der größten Musikgenies unseres Landes. 30 Jahre hat Bach als Kantor an der Thomaskirche in Leipzig gewirkt und viele Werke für die Orgel komponiert. Frau Karola Kalipp, die Organistin der Gemeinde Neu St. Thomä und Leiterin des Soester Kinderchores, stellte uns das Instrument "Orgel" vor und spielte im Anschluss ein berühmtes Werk von Bach vor, die Toccata in d-moll.

Schon als wir die Kirche betraten und uns vor der Orgel versammelten, herrschte großes Staunen wegen der Größe dieses Instruments und eine gewisse Neugierde kam auf, wie das wohl alles klingen würde.

Frau Kalipp und ihre Tochter erzählten viel über die Orgel, dass sie zum Beispiel 40 Jahre alt sei, 3000 Pfeifen habe und die längste Pfeife 5 Meter lang sei. Sie erklärten die Fachausdrücke Manual, Pedal und Register und erwähnten zum Erstaunen der Schüler, dass auch ein Computer eingebaut sei.

Dazu erklangen immer wieder Tonbeispiele bekannter Lieder. Die Zuhörer lauschten ganz gespannt!

Lange, dicke Pfeifen erzeugen einen tiefen Ton, kurze, dünne einen hohen. Auch der Unterschied zwischen Holz- und Metallpfeifen wurde erklärt und hörbar gemacht.

Schließlich war es so weit: die schon vorher im Unterricht oft gehörte Toccata in d-moll von Bach ertönte in der ganzen Klangvielfalt einer Kirchenorgel vom abgrundtiefen Bass bis zum kristallklaren Hochton.

Frau Kalipp interpretierte Johann Sebastian Bach tief beeindruckend in virtuoser Manier. Lang anhaltender Applaus seitens der Kinder dankte ihr dafür!
Frau Hitzke überreichte Frau Kalipp im Anschluss an das Konzert einen Blumenstrauß und machte ihr das Kompliment, dass noch niemand vorher ihr eine "Königin der Instrumente" so toll erklärt hatte!

Hier noch etwas Wissenswertes über die Orgel:
Die Schuke-Orgel von 1970
Nach dem Wiederaufbau der Kirche Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden unter maßgeblicher Mitwirkung des Landeskirchenmusikdirektors der ev. Landeskirche von
Westfalen-Lippe, Prof. Arno Schönstedt/Herford, sowie Thomaepfarrer Hans Sprenger und
Organist Siegfried Vogelsänger mit der Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke in Potsdam
Verhandlungen zum Neubau eines großen und klanglich anspruchsvollen Instrumentes
aufgenommen.
Die am 1. Advent 1970 eingeweihte Orgel orientiert sich am Klangideal
des Brandenburger Barockorgelbauers und Silbermann-Schülers Joachim Wagner
(1690-1749 ), dessen Instrumente übrigens von Johann Sebastian Bach sehr geschätzt
wurden. Die Thomä-Orgel zeichnet sich auch heute noch durch einen klaren und differenzierten
Klangcharakter und durch überdurchschnittliche Intonation aus.
Sie eignet sich daher ganz besonders für die Interpretation von Barockmusik (Buxtehude, Bach), aber auch
(aufgrund der idealen Akustik des großen gotisch-westfälischen Hallenkirchenraumes)
für romantische und moderne Orgelmusik.

Mozart 2006
Beethoven 2007
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