Schulräte kamen zum
Lernen in die Wieseschule
Von den Erfahrungen der Soester Kinder mit dem PC sollen bald landesweit viele Klassen profitieren. "Wenn die Arbeit mehr Spaß als Pflicht ist"

Hier lernen ausnahmsweise mal die Großen von den Kleinen. Schulräte blicken den Drittklässlern der Wieseschule über die Schultern, als sich die Mädchen und Jungen gerade auf die Arbeit an den Rechnern vorbereiten. - Foto: Jutta Niggemeier
SOEST. Wenn der Schulrat eine Schule besucht, herrscht für gewöhnlich gespannte Aufmerksamkeit. Wenn aber gleich 20 Schulräte kommen...
Tim, Sonja, Theresa und Danielle, Drittklässler in der Wieseschule, ließ der "hohe Besuch" ganz kalt: "Das sind Leute, die sehen wollen, wie wir mit dem Computer arbeiten", erzählte Sonja locker und widmete sich intensiv dem Thema Wetter und Wolken am PC. Der Besuch der "geballten Schulaufsicht" kam nicht von ungefähr. Zwei Tage lang diskutieren, wie berichtet, 100 Schulräte am Landesinstitut, wie der Computer als neues Medium im Unterricht an Grundschulen sinnvoll eingesetzt werden kann.
Ein Besuch in der Wiese-Grundschule sollte die praktische Anschauung liefern. "Das ist vorbildlich hier", lobte Werner van Holt, Schulrat aus Recklinghausen. Die Schule sei gut mit Geräten ausgestattet, es gebe ein überzeugendes Konzept, und das werde von der Lehrerschaft getragen. Schulrätin Karin Sannwaldt-Hanke aus Warendorf war ebenfalls angetan, wünschte sich aber noch angesichts der Kinder, die Buchstabe für Buchstabe auf der Tastatur suchten, ein Schreibtraining im Zehn-Finger-System: "Damit könnte man viel Zeit gewinnen." Gerhard Schulz zur Wiesch, Schulrat im Kreis Soest, lobte die Wiese-Grundschule: "Das gefällt mir gut hier." Er verwies darauf, dass es nun darauf ankommt, alle Grundschulen langsam auf diesen Stand zu bringen: "Da müssen Schüler und auch Lehrer weiterlernen." Es gebe das Regierungsprogramm, bis zum Jahr 2003 alle Klassen mit einem Computer auszurüsten. Derweil tummelten sich unbeeindruckt von solchen Überlegungen die Drittklässler, angeleitet von ihrern Lehrern Cornelia Plaßmann und Willi Grundhöfer, an den Geräten, schrieben Texte, malten, übten Rechtschreibung und lernten Wetterregeln. Grundhöfer: "So ist es richtig, wenn die Arbeit mehr Spaß als Pflicht ist." - kf
SOESTER ANZEIGER vom 22.11.2000
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